Wer nach dem Abstand zwischen Banketttischen sucht, findet 107 cm, 132 cm, 152 cm und "etwa anderthalb Meter", verteilt auf vier Verleiher auf derselben Ergebnisseite. Keiner schreibt dazu, woher die Zahl stammt, und genau deshalb widersprechen sie sich.
Manche dieser Abstände sind Konventionen, die Sie dehnen können. Andere sind Bauordnung, und daran kann eine Abnahme scheitern. Hier steht, was wovon ist, mit den Fundstellen, damit Sie es nachprüfen können statt einem Blog zu glauben.
Eine Einordnung vorweg: Die zitierten Vorschriften sind US-Normen, die 2010 ADA Standards for Accessible Design und der International Building Code. In Deutschland regeln die Versammlungsstättenverordnung der Länder und für die Barrierefreiheit die DIN 18040 vergleichbare Fragen mit eigenen Zahlen. Die Kapazitätsbescheinigung Ihrer Location schlägt ohnehin alles, was hier steht.
Die 152-cm-Regel und warum es 152 sind
Die Arbeitsantwort für runde Banketttische lautet: 152 cm (60 Zoll) freier Boden zwischen den Kanten zweier benachbarter Tische.
Das ist nicht willkürlich. Bauen Sie die Zahl aus den Körpermaßen zusammen, aus denen sie besteht:
- 46 cm von der Tischkante bis zur Rückenlehne eines Stuhls, in dem jemand normal sitzt.
- 46 cm für dasselbe am gegenüberliegenden Tisch.
- 61 cm Laufraum zwischen diesen beiden Stuhllehnen, so viel braucht eine Servicekraft mit einem Tablett in der Hand.
Macht 152. Bei 107 cm haben Sie den Servicegang komplett gestrichen: zwei sitzende Gäste Rücken an Rücken mit 15 cm dazwischen. Die Gäste kommen weiterhin an ihre Plätze, aber jeder Teller wird zur Bitte, kurz vorzurücken. Daher stammt die 107-cm-Empfehlung, die Sie online finden. Sie beschreibt einen Raum, in dem am Tisch niemand bedient wird.
Gegenprobe auf einem zweiten Weg. Ein 152-cm-Rundtisch mit einem 76 cm breiten Freiring belegt ein Quadrat von 3 mal 3 Metern, also gut 9 m2. Geteilt durch die acht Gäste, die der Tisch fasst, und zuzüglich rund 15 Prozent für Hauptgänge, landen Sie bei etwa 1,3 m2 pro Gast. Genau diese Größe empfehlen Planungsleitfäden. Wenn zwei Wege zum selben Ergebnis führen, stimmt die Zahl vermutlich.
Was die Bauordnung tatsächlich sagt
Ab hier ist es keine Empfehlung mehr.
Gänge werden ab dem Stuhl gemessen, nicht ab dem Tisch
Diese Regel zitiert in der Veranstaltungsbranche fast niemand richtig. Nach IBC Abschnitt 1018.2 wird die erforderliche lichte Breite dort, wo Sitzplätze an einem Gang liegen, ab einer Linie 48 cm parallel zur Tischkante gemessen. Die Vorschrift unterstellt, dass ein besetzter Stuhl diese 48 cm einnimmt, ob dort gerade jemand sitzt oder nicht.
Die Folge ist erheblich. Wenn Ihre Location sagt, der Gang zwischen zwei Tischreihen müsse 91 cm breit sein, dann sind das 91 cm plus 48 cm auf jeder Seite. Von Kante zu Kante brauchen Sie 187 cm, nicht 91. Wer von Tischkante zu Tischkante misst, verliert bei der Begehung regelmäßig eine ganze Tischreihe.
Der Gang selbst muss mindestens 30 cm breit sein, plus 4,2 cm je Meter Länge über 3,7 Meter hinaus (im Original 0,5 Zoll je Fuß). Kurze Abschnitte bis 1,8 Meter Länge für höchstens vier Personen sind davon ausgenommen.
Personenbelegung: 1,4 m2 pro Person
IBC Tabelle 1004.5 setzt für Versammlungsflächen mit Tischen und Stühlen einen Belegungsfaktor von 1,4 m2 (15 net square feet) netto je Person an. Stühle ohne Tische, also Trauung oder Vortrag, fallen auf 0,65 m2 (7 square feet).
Netto heißt nutzbare Fläche. Ziehen Sie Bar, Bühne, Garderobe und alles andere ab, was im Raum steht, bevor Sie teilen. Ein Raum mit 280 m2 und 37 m2 fester Verbauung hat 243 m2 netto, also 173 Personen statt 200.
Über 49 Personen brauchen Sie einen zweiten Ausgang
IBC Tabelle 1006.2.1 lässt für Versammlungsflächen einen einzigen Ausgang bei bis zu 49 Personen zu. Ab 50 brauchen Sie zwei. Das trifft alle, die einen nie als Versammlungsstätte gedachten Raum umnutzen, eine Galerie, einen Showroom, ein großes Séparée, und dort 60 Personen setzen wollen.
Die Ausgangsbreite errechnet sich dann mit 0,38 cm je Person für Türen und Flure in einem Gebäude mit Sprinklern und Sprachalarmanlage, und mit 0,51 cm je Person für Treppen.
Der barrierefreie Weg ist durchgehend 91 cm breit
Nach ADA 403.5.1 beträgt die lichte Breite eines barrierefreien Wegs mindestens 91 cm. Auf höchstens 61 cm Länge darf sie auf 81 cm schrumpfen, etwa für eine Tür, und solche Engstellen müssen durch mindestens 122 cm Weg in voller Breite getrennt sein.
Diese 91 cm sind nicht der Gang zwischen jedem Tischpaar. Sie sind ein durchgehender Weg vom Eingang zu den barrierefreien Plätzen, den Toiletten, der Bar und jedem Podest. Zeichnen Sie diesen Weg als ein ununterbrochenes Band in Ihren Plan. Verschwindet es hinter einem Tisch, ist es kein Weg.
Barrierefreie Plätze sind eine Anzahl, keine Geste
Nach ADA 226.1 und 226.2 müssen etwa fünf Prozent der Tischplätze barrierefrei und über den Raum verteilt sein, nicht an einem Rand gesammelt. Bei einem Dinner für 200 Gäste an 25 Tischen ist das nicht ein Tisch neben der Tür, sondern barrierefreie Plätze über den ganzen Raum, Bar und Außenbereich eingeschlossen.
Ein barrierefreier Tischplatz muss ADA 902 erfüllen:
- Tischplatte 71 bis 86 cm über dem Boden. Banketttische liegen meist bei 74 bis 76 cm und bestehen damit, Stehtische nicht.
- Beinfreiheit mindestens 69 cm hoch und 76 cm breit unter der Platte, 28 cm tief auf 23 cm Höhe und 20 cm tief auf 69 cm Höhe.
- Eine freie Bodenfläche von 76 mal 122 cm am Platz.
Was bei Abnahmen durchfällt, ist selten der Tisch. Es ist die Wäsche. Eine schwere bodenlange Decke mit Skirting-Clip oder eine Querstrebe am Klapptischbein frisst genau die Beinfreiheit, die der Tisch sonst hätte.
Alles andere, in einer Tabelle
| Abstand | Maß | Herkunft |
|---|---|---|
| Zwischen Rundtischkanten | 152 cm / 60 in | Servicekonvention (46 + 61 + 46) |
| Zwischen rechteckigen Tischkanten | 132 cm / 52 in | Gleicher Aufbau, flacheres Zurückrücken |
| Tischkante bis besetzte Stuhllehne | 46 cm / 18 in | Anthropometrische Konvention |
| Lehne zu Lehne, ohne Service | 41 cm / 16 in | Gäste kommen nur seitlich durch |
| Servicegang für eine Person | 61 cm / 24 in | Konvention |
| Zweirichtungsservice oder Wagen | 91 cm / 36 in | Konvention |
| Barrierefreier Weg | 91 cm / 36 in | ADA 403.5.1 |
| Gang, Mindestbreite | 30 cm / 12 in | IBC 1018.2 |
| Messversatz ab Tischkante | 48 cm / 19 in | IBC 1018.2 |
| Tisch bis Wand | 91 cm / 36 in | Konvention, deckt sich mit ADA |
| Belegung, Tische und Stühle | 1,4 m2 / Person | IBC Tabelle 1004.5 |
| Belegung, nur Stühle | 0,65 m2 / Person | IBC Tabelle 1004.5 |
| Zweiter Ausgang nötig ab | 50 Personen | IBC Tabelle 1006.2.1 |
Fett Gesetztes ist in den USA Bauordnung. Der Rest sind Konventionen, die Ihnen keine Beanstandung einbringen, wohl aber Beschwerden.
Die vier Fehler, die in echten Raumplänen auftauchen
Von Mitte zu Mitte messen. Zwei 152-cm-Rundtische, deren Mittelpunkte 3 Meter auseinanderliegen, haben zwischen den Kanten exakt null Abstand. Messen Sie immer von Kante zu Kante.
Vergessen, dass die Tanzfläche wächst. Eine Tanzfläche wird für etwa 40 Prozent der Gäste zur Spitzenzeit ausgelegt, mit rund 0,42 m2 pro Person. Für 150 Gäste sind das 25 m2, also gut 5 mal 5 Meter. Dazu kommt ein freizuhaltender Rand, und die nächstgelegenen Tische brauchen mehr Platz statt weniger, weil dort Stühle herausgeschoben und stehen gelassen werden.
Das Buffet nach dem Tisch bemessen statt nach der Schlange. Eine Buffetlinie braucht etwa 14 m2, und pro 100 Gäste eine Linie. Dann braucht sie noch Platz für 30 wartende Personen. Die Schlange ist der Teil, der auf der Zeichnung fehlt.
Den Brauttisch wie einen Rundtisch behandeln. Ein langer Ehrentisch wird nur auf einer Seite besetzt und braucht dahinter seinen vollen Serviceabstand plus freie Sicht aus dem Raum. Das geht oft genug schief, dass wir dazu einen eigenen Text geschrieben haben: Brauttisch oder Zweiertisch.
Den eigenen Raum prüfen
Wenn Sie die Rechnerei abgeben wollen: Unser Tischkapazitäts-Rechner legt die 152 cm Abstand, die 91 cm Wandfreiheit und 15 Prozent Gangzuschlag auf die Raummaße an, die Sie eingeben, und sagt Ihnen, wie viele Tische wirklich hineinpassen und wie viel Luft bleibt. Er sagt Ihnen auch, wann ein Layout rechnerisch aufgeht, aber keine Reserve mehr hat, und das ist meist die nützlichere Antwort.
Um von einer Zahl zu einem Plan zu kommen, setzen Sie die Tische im kostenlosen Sitzplan-Editor auf einen echten Grundriss und verschieben sie, bis die Abstände stimmen. Wie sich die üblichen Raumformen typischerweise auflösen, steht in unserem Leitfaden zu Sitzordnungen.




